Reaktionszyklus – Appetit kommt beim Essen

Warum körperliche Erregung nicht gleich sexueller Genuss ist

Text: Anne Brandt / Foto: LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com

Reaktionszyklus - Erregung, Lust, Verlangen

Eine körperliche sexuelle Erregung muss nicht mit Verlangen und Lust einhergehen. Diese drei Aspekte können jeweils ganz für sich allein stehen, aber im schönsten Fall in ein herrliches Zusammenspiel finden, welches ein Feuerwerk an erotischem Vergnügen entzünden kann.

• Sexuelle Erregung bezieht sich auf alle objektiven physiologischen Vorgänge der Sexualität, also z. B. Erektion, feucht werden, Ejakulation, Beschleunigung des Pulses, rote Wangen, leuchtende Augen etc.

• Sexuelle Lust bzw. sexueller Genuss meint das subjektive Empfinden während einer sexuellen Aktivität. Lust und Erregung können gemeinsam auftreten, sind aber nicht identisch.

• Sexuelles Verlangen bzw. sexuelles Begehren ist der Wunsch, Sexualität herbeizuführen. Ein Wunsch richtet sich immer auf etwas, das (noch) nicht gegeben ist. Lust und Verlangen werden zuweilen synonym verwendet; das kann an der doppelten Bedeutung des Wortes Lust liegen, das man einerseits Lust an (bzw. bei) etwas oder Lust auf (bzw. zu) etwas haben kann.

Es kann sehr nützlich sein, sich diese feinen Unterschiede einmal bewusster zu machen. Vielleicht mögen Sie sich demnächst selbst als ForscherIn beobachten, wann sie sexuelle Erregung mit entsprechenden körperlichen Veränderungen wahrnehmen und wann sie eher lustvolle Gefühle oder ein sexuelles Verlangen verspüren.

Das Zusammenspiel dieser drei Aspekte wird als Reaktionszyklus bezeichnet. Der vollständige Beitrag, in dem es um die Erkenntnis und Entwicklung dieses Reaktionszyklus durch William Masters & Virginia Johnson, Helen Singer Kaplan und Rosemary Basson geht, findet sich in Séparée No.37

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