Vaginal. Anal. Beides?

Redakteurin Jacky begibt sich immer wieder auf die Suche nach heißen Spots, heißen Partys und heißen Praktiken. Heute im Fadenkreuz bei anuux on the hunt: Analsex trotz Vagina – oder vielleicht sogar genau deshalb?

anuux on the hunt: Vaginal. Anal. Beides?

 

Wendy Ho sang einst so keck: “I got a perfect pussy, what more do you need?” – und genau damit landen wir auch schon beim Thema. Wenn eine Pussy vorhanden ist, warum dann der Bedarf an Analsex?
Im queeren und vor allem schwulen Kontext ist Analsex nicht nur eine Notlösung. Durch die gut durchblutete und sensible Prostata sind sexuelle Freuden möglich, die, sofern jemand diese noch nicht selbst erlebt hat, schwer zu beschreiben sind.
Aber wie sieht das ganze ohne Prostata aus? anuux bittet Samantha zum Zwiegespräch.

Backdoor-Action trotz der Möglichkeit des vaginalen Sex scheint für viele weibliche Personen und Personen mit Vagina da draußen zunächst etwas fragwürdig. Woher stammt die “Mainstream-Skepsis” deiner Meinung nach?

Statt von Skepsis sprechen wir in diesem Fall eher von komplexen gesellschaftlichen Dynamiken rund um das Thema Sex, insbesondere Analsex. In einer von Männern dominierten Welt wird das weibliche Verlangen direkt und indirekt durch das männliche Verlangen geprägt. Oder besser gesagt: Die Stigmatisierung von Frauen, die eine offene Sexualität genießen, war – und ist leider immer noch – so stark, dass das weibliche Verlangen im Laufe der Zeit zu einem Tabu geworden ist. Analsex wird in unserer Gesellschaft meist als ein Verlangen des Mannes angesehen, nicht als das einer Frau.

War für dich Analverkehr schon immer frei von Tabus?

Ich war schon immer sehr neugierig, was meine Sexualität angeht. Analsex war für mich nicht immer tabufrei, da ich in einer streng religiösen Familie aufgewachsen bin. Als ich mit etwa 18 Jahren anfing, meine Sexualität zu entdecken (penetrativen Sex), war ich sehr neugierig auf Analsex, konnte aber noch nicht einmal die richtigen Leute finden, um darüber zu sprechen. Meine erste Erfahrung war spontan mit meinem damaligen Freund. Es war unbeholfen, fast clumsy und ja: Schmutzig. Und natürlich ging das mit einem Gefühl tiefer Scham einher. Zum Glück schien es meinem damaligen Freund völlig egal zu sein, da er viel mehr Erfahrung hatte als ich. Das half mir sehr, mit den Schamgefühlen umzugehen. Und ich fühlte mich sicher, auch wenn die Scham in diesem Moment nicht ganz verschwand. A classic.

Wann hast du den Reiz des Arschficks für dich entdeckt?

Ich habe die magische Welt des Analverkehrs entdeckt, als ich etwa 19 war – mit einem sehr versauten Freund, mit dem ich damals zusammen war.

Lieber anal, vaginal – oder beides gleichzeitig?

Beides, du Geizhals! Warum sich entscheiden, wenn man je nach Lust beides haben kann? Manchmal ist es zu 100 % vaginal, manchmal zu 100 % anal, und so gefällt es mir am besten. Als Switcherin mag ich beide Seiten gleichermaßen.

Ist Analsex eine gute Alternative, falls die Regel einsetzt?

Warum nicht! Alles ist erlaubt, solange man sich dabei wohlfühlt! Ich genieße zum Beispiel während meiner Periode vaginalen Sex sehr, und mein Partner auch – so wie jede*r eben mag.

Fotos: Andrada Predescu

Du möchtest das ganze Interview genießen? Dann schau auf anuux.de vorbei!

JOW

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