Film ab!

Platz 2 unseres Geschichtenwettbewerbs für die Jubiläumsausgabe No.20: Überraschende Wendung beim Blind Date im Programmkino.

Text: Ivy Pó / Foto: Erika Lust

Die Straßen sind grau. Es weht ein rauher Wind. Regentropfen, gleich eiskalter Nadeln, treffen mein Gesicht. Doch all das bemerke ich kaum. Auf dem Weg in das kleine Programmkino etwas außerhalb des Stadtzentrums kann ich nur an „Ihn“ denken. Dabei weiß ich weder wie er aussieht, noch wie er heißt. Ich kenne nur den Namen, den er sich im Internet gegeben hat. Nexus.

Kennengelernt haben wir uns auf einer Website für diskrete Seitensprünge. Ich hatte keinen Schimmer, ob all das, was er mir schrieb, auch stimmte. Ich fand ihn allein wegen seiner Art zu schreiben anziehend. Als er das Treffen im Programmkino vorschlug, stimmte ich sofort zu. Ich wollte endlich wissen, ob dieses Knistern auch dann noch da ist, wenn wir uns gegenüber stehen.

Ein frostiger Windstoß fährt unter meinen Mantel und erinnert mich daran, dass ich trotz Minusgraden keinen Slip unter meinem schlichten Strickkleid trage. Das hatte sich Nexus so gewünscht. Dazu eine blitzblank rasierte Pussy. Allein der Gedanke an das, was dieser geheimnisvolle Fremde heute mit mir anstellen könnte, lässt eine Woge der Erregung durch meinen Körper fließen.

Als ich um die Ecke biege, kann ich das Kino sehen. Ein Mann in einem grauen Mantel steht davor. Das muss er sein. Hinter ihm nähert sich eine dunkelhaarige Frau dem Eingang zum Kino. Als sie die schwere Glastür erreicht, schaut sie sich um und wirft einen langen Blick auf den Mann im Mantel. Er scheint sie nicht zu bemerken, denn er blickt in meine Richtung. Schlagartig habe ich Herzklopfen. In Vorfreude und Erregung mischt sich auch ein wenig Angst. Was weiß ich denn schon über ihn? Nichts, absolut nichts. Alles, was er mir geschrieben hat, kann gelogen sein. Aber je näher ich komme, desto mehr wächst meine Neugier. Nexus sieht gut aus. Groß, breitschultrig und dann dieser Blick. Er fixiert mich, bis ich vor ihm stehe. Dann lächelt er. Das verleiht ihm etwas Lausbubenhaftes. „Schön, dass du da bist“, sagt er nur. Dann nimmt er meine Hand und führt mich ins Kino. Den Film hat er bereits ausgesucht und auch die Karten schon besorgt.

Der Kinosaal ist nicht sehr groß und spärlich besucht. Zielstrebig lenkt mich Nexus hinauf in die letzte Reihe. Hier gibt es keine einzelnen Sitzplätze. Man kann zu weit oder zu dritt bequem auf den Polstern lümmeln, ohne dass Armlehnen stören. Doch wir sind hier oben nicht allein. Am anderen Ende der Reihe sitzt eine Frau, eingekuschelt in ihre Jacke über deren Kragen sich langes, schwarzes Haar ergießt. Sie sieht kurz zu uns herüber, als wir in der Mitte platz nehmen. Und wieder habe ich den Eindruck, dass sie meinen Begleiter dabei besonders intensiv ansieht.

Eine Weile sitzen Nexus und ich schweigend nebeneinander. Er hält meine Hand noch immer und streicht wie zufällig mit dem Daumen über meinen Handrücken. „Bist du nervös“, fragt er. Meine Kehle ist staubtrocken. Ich kann nur nicken. „Du musst nicht hierbleiben, wenn du nicht willst. Du kannst jederzeit wieder gehen, auch wenn ich das sehr schade finden würde“, flüstert er. Damit hat er mich endgültig.

Als der Film beginnt, wendet er seinen Blick ab und verfolgt scheinbar interessiert, was auf der Leinwand geschieht. Meine Hand lässt er los, nur um sie kurz darauf auf mein Knie zu legen. Mit einer leichten Bewegung streicht er mir über den Oberschenkel. Ganz langsam schiebt er den Saum meines Kleides ein wenig nach oben. Nur so weit, dass er gerade den Spitzenbesatz meiner halterlosen Strümpfe fühlen kann. Eine gefühlte Ewigkeit verharrt seine Hand an dieser Stelle. Allein das lässt meinen Körper prickeln. Ich will, dass er weiter macht und als hätte er meine Gedanken erraten, schiebt er den Stoff weiter nach oben. Seine Finger lässt er ein wenig nach innen und dabei kaum fühlbar über meinen kahlen Venushügel gleiten. Ein zufriedenes Lächeln huscht über sein Gesicht. Dann zieht er seine Hand zurück und lässt mich mit entblößtem Schritt einfach so da sitzen. Seinen Blick hat er nun wieder auf die Leinwand gerichtet. Für den Bruchteil einer Sekunde habe ich den Eindruck, dass er verstohlen zu der Frau neben uns blickt.

Kurz huscht mir der Gedanke, dass sie nicht zufällig hier oben sitzt, durch den Kopf. Aber diesen schiebe ich schnell wieder beiseite und rede mir ein, dass all das nichts zu bedeuten hat. Der Film ist mir längst egal, ebenso wie die wenigen anderen Menschen, die mit uns im Saal sitzen. Ich nehme meinen Mut zusammen und sehe Nexus herausfordernd an. Er erwidert meinen Blick nicht, aber ich glaube, ein amüsiertes Blitzen in seinen Augen sehen zu können. Ich atme tief durch und setze mich dann in einer einzigen fließenden Bewegung auf seinen Schoß. Das lässt mein Kleid vollends nach oben rutschen. Unter meinen Händen, die jetzt auf seiner Brust ruhen, kann ich fühlen, dass sich auch sein Herzschlag beschleunigt. Nexus Hände packen meinen nackten Hintern. Mit einem Ruck zieht er mich dichter zu sich heran. Durch den Stoff seiner Hose kann ich seine Erregung spüren. Endlich küsst er mich. Heiß, tief und fordernd. Mit fliehenden Fingern öffne ich die Knöpfe seines Hemdes und lasse meine Hände unter den Stoff gleiten, während er seine unter meinem Kleid nach oben wandern lässt. Er umfasst meine Brüste und massiert sie sanft, umkreist mir seinem Daumen meine Nippel, die sich nun deutlich unter der zarten Spitze meines BHs abzeichnen.

Ich lege meinen Kopf in den Nacken und muss mich beherrschen, nicht laut aufzustöhnen. Aus den Augenwinkeln heraus beobachte ich die Frau. Sie scheint sich an unserem Tun nicht zu stören. Wie gebannt folgt sie dem Film.

Da fasst Nexus nach meinem Kinn und zwingt mich, ihn anzusehen. In seinen Augen kann ich pure Lust und auch ein wenig Gier erkennen. Das bringt mich vollends um den Verstand. Unsere Küsse werden heftiger. Fiebrig versuche ich, seinen Körper zu erkunden. Als ich seine Hose öffnen will, kommt er mir zuvor. Groß und prall reckt sich mir nun seine Männlichkeit entgegen. Aus einer seiner Hosentaschen zieht Nexus ein Kondom hervor. Geschickt streift er es über seinen Schwanz. Dann umfasst er meine Hüften, hebt mich an und zieht mich auf sich. Zentimeter für Zentimeter nehme ich ihn auf und beginne dann, mich ganz langsam auf ihm zu bewegen. Eine Hand hat Nexus unter mein Kleid geschoben und meinen BH geöffnet. Nun graben sich seine Finger in meinen Rücken. Seine andere Hand ruht über meiner Spalte, den Daumen auf meine Klit gepresst. Bei jeder meiner Bewegungen verändert er den Druck. Ich spüre, wie das Ziehen in meinem Unterleib zunimmt und sich langsam bis zum Bauchnabel ausbreitet. Noch immer hält er mich mit dem anderen Arm eng umschlungen. Mit einer fast unmerklichen Geste bedeutet er mir, still zu halten. Dann übernimmt er die Führung. Ganz gleichmäßig bewegt er sich unter mir. Dann stellt er seine Füße auf die Armlehne des Vordersitzes, so dass ich noch dichter an ihn gedrückt werde. Sein leises Stöhnen an meinem Ohr gebe ich mich ganz seinem Rhythmus hin. Ich komme schnell und heftig. Nexus stößt noch einige Male zu bevor ein tiefes, heiseres Stöhnen auch seinen Orgasmus ankündigt.

Eine Weile bleiben wir noch so eng umschlugen sitzen. Doch dann merke ich, dass er zu der Frau herüberschaut. Noch immer hat sie ihrem Blick fest auf die Leinwand gerichtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nichts von unserem Treiben bemerkt hat. Aber nichts an ihrer Haltung deutet darauf hin. Sie blickt einfach unablässig weiter geradeaus. Von Verärgerung, einem leichten Amüsement oder gar Erregung keine Spur.

Ich rutsche wieder auf meinen Platz neben Nexus zurück und ziehe mir das Kleid ein wenig zurecht. Auch er schließt Hemd und Hose. Ohne großes Interesse sehen wir uns dann das Ende des Filmes noch an.

Zu meinem Bedauern greift Nexus nicht mehr nach meiner Hand als wir den Saal verlassen. Schweigend durchqueren wir die kleine Bar, dann den Vorsaal des Kinos und treten schließlich auf die Straße. Für einen Moment stehen wir uns in der Kälte gegenüber. Dann küsst er mich sanft und murmelt: „Bis bald“. Ich nicke nur, drehe mich um und gehe langsam die Straße hinunter. Als ich mich an der Fußgängerampel noch einmal umdrehe, sehe ich, wie Nexus in die andere Richtung schlendert, gefolgt von der Frau, die im Kino neben uns saß. Ich bleibe stehen und sehe, wie sie zu ihm aufschließt. Sie blickt ihn nicht an, als sie schließlich auf seiner Höhe ist, sondern fasst nur nach seiner Hand.

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