Die Kimme meines Frauenarztes

Was tun, wenn man den eigenen Gynäkologen plötzlich im Park trifft? von Katrin Faber

Ich lag faul im Park und genoss die warme Abendsonne. Sonntag. Frei. Die nackten Füße im weichen Gras. Verträumt schaute ich zum Rhein, wie die Strömung das Wasser kräuselte. Plötzlich sah ich die Silhouette meines Frauenarztes. Mein Herz klopfte. Der doch nicht. Was macht er hier?! Schnell drehte ich mich zur Seite, um nicht von ihm gesehen zu werden. Mir war das sehr unangenehm, er musste doch auch seine Privatsphäre haben. Gleichzeitig kicherte eine verrückte Stimme in mir: ‚Doch, er soll dich sehen. Ihr unterhaltet euch und die Luft zwischen euch brennt. Wenn die Sonne untergegangen ist, zerrt er dich in die Büsche. Dort besorgt er es dir heftig – auch ohne seinen Ultraschall-Stab.’

Aber alles der Reihe nach. Als ich zum ersten Mal ein Foto von Dr. Meier sah, dachte ich: Der sieht aber weibisch aus. Sein Gesicht war etwas aufgedunsen und seine spärlichen Haare bildeten einen spießigen Scheitel. In echt hatte er zum Glück mehr Haare, eine bessere Frisur und durch seine sportlichen Poloshirts, die er immer trug, zeichneten sich breite Schultern ab. Er war sehr selbstbewusst und hatte stets etwas in seiner unkonventionellen Art zu sagen. Ich mochte ihn. Ich fand ihn attraktiv. Wir flirteten und schäkerten in einem sehr ausgedehnten Arzt-Patienten-Rahmen. Natürlich war er bei seinen Untersuchungen ausgesprochen sachlich und kompetent, schließlich war er Profi. Ich sollte mir immer ein weißes Handtuch über meinen Schritt legen, während ich meine Beine weit für ihn auf dem Gynäkologenstuhl spreizte. Ob er dabei auch eine verrückte Stimme in seinem Ohr hatte?

Danach legte ich mein Handtuch beiseite und stand ihm „unten ohne“ gegenüber. Das war meist der Augenblick, der die Luft knistern ließ. Leider schaute er mich für gewöhnlich ganz normal an und wir betrieben noch ein wenig Smalltalk. Nie ließ er seinen Blick nach unten gleiten. Aber das war okay, wir waren schließlich beide verheiratet. Dennoch verließ ich immer grinsend die Praxis.

Doch plötzlich sah ich ihn im normalen Leben, ohne weißen Kittel und Rollenvorgabe. Nach einer aufgeregten Weile traute ich mich vorsichtig, mich umzudrehen. Da hatte er sich doch wirklich in meine Nähe gelegt, keine 10 m von mir entfernt. Zum Glück hatte er mich noch nicht gesehen, er las. Sollte ich ihm einen Gruß zurufen? Ihm winken? Wie doof war das denn?! Ich lief etwas rot an und drehte mich hastig wieder um. Meine Ruhe war dahin.

Als ich mich das nächste Mal vorsichtig nach ihm umsah, bot er mir nur seine Rückenansicht, wie er seitlich auf seiner Decke lag. Und nein – ich sah seine Kimme! Seine Bluejeans war heruntergerutscht und legte diese unschöne Stelle seines Hinterns frei. Auf Höhe der schwarzen Ritze auf bleicher Haut quetschte sich links und rechts etwas Hüftspeck aus der Hose, der diesen Bratarsch unförmig und weibisch erscheinen ließ. Das alles wollte ich gar nicht sehen, aber ich starrte wie paralysiert darauf.

„Siehst du“, sage ich zu meiner verrückten Stimme, „jetzt willst du auch nicht mehr, oder?“

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