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Scharfer Strich

separee
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Mihály Zichy / AS

Wir befinden uns in Frankreich zur Zeit der Romantik. Nach der französischen Revolution ist das Kulturbild geprägt von der Verdrängung der Vernunft. Gefühle stehen im Vordergrund und wollen betont werden.

  • Text: AS
    Bild: Mihály Zichy (1827-1906)

Vielleicht aus genau diesem Grund zog es den ungarischen Maler Mihály Zichy nach Paris, wo er 1871 mit seinen erotischen Bleistiftzeichnungen begann. Ohne jede Scheu stellt Zichy die erotische Liebe dar und ist dadurch auch heute noch bekannt. Der Ungar studierte eigentlich Jura und widmete sich neben dem Studium der Malerei.

Ein besonderes Werk von Zichy zum Thema Erotik ist der Bildband „Liebe“. Hier geht es nicht um romantisierte Liebe, es geht um die direkte und unmittelbare Darstellung von Sex. In all seinen Facetten stellt der Maler das Liebesspiel in seinen 40 Zeichnungen dar. Ob käufliche Liebe, intensive Liebschaft oder einfache Geilheit – Zichy ist ehrlich und konkret in seiner Darstellung. Trotzdem wirken die Zeichnungen nicht wie ein einfaches Pornobild. Das liegt auch daran, dass Zichy die Frauen nicht als reine Lustobjekte betrachtete.

Ursprünglich befanden sich die Zeichnungen im Besitz von Zar Alexander II., denn Zichy war später Hofmaler am russischen Hof. Heute werden die seltenen Originale um 3.000 Euro das Stück gehandelt. Warum der Maler sich dem Thema Erotik widmete, ist nicht bekannt. In der eigenen Partnerschaft hatte Zichy leider nicht so viel Glück. Seine Ehe mit der Gräfin Elisabeth Vratislav von Mitrovitz dauerte nur zwei Jahre. Wer weiß, vielleicht konnte die gute Frau mit zu vielen Gefühlen nicht umgehen und hätte sich etwas mehr Vernunft im Bett gewünscht.

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