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Wenn die Hochzeitsglocken läuten ...

separee
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Jill Tammling

Es mag überraschen, aber auch diverse Männer haben es mit dem Sex nicht so am Hut. Da können die Gründe unterschiedlichen Ursprungs sein. Zu viel Arbeit, zu wenig Inspiration, mangelnde Vitalität, Unsicherheiten, ambivalente Gefühle in der Beziehung, Abgeschlagenheit und noch viele weitere Herausforderungen stellen sich dem genussvollen Erleben von Sexualität entgegen.

Hier werden als Beispiel drei Männertypen vorgestellt, die keinen Sex wollen:

Erstens: der Autopilot. Seit vielen Jahren funktioniert dieser Mann in einem sexuellen Muster. Es gelingt ihm, sich und seiner Bettgesellin Vergnügen zu verschaffen. Doch leider beginnen bei ihm allmählich Erektionsprobleme, wenn er älter wird. Zwischen 40 und 50 Jahren kann es einem Mann, der im Autopilot funktioniert, passieren, dass er zum ersten Mal ernsthaft mit schwindender Standhaftigkeit konfrontiert wird. Das kann unter anderem daran liegen, dass dieser Mann sich keine Gedanken um Sex macht und oft auch keinen Stolz auf seine Männlichkeit entwickelt hat. Sobald die Schwierigkeiten beginnen, scheut er sich davor, sich mit seiner Potenz auseinanderzusetzen und will dann lieber keinen Sex mehr haben.

TIPP: Konkret überlegen, was genau Attraktivität für ihn ausmacht, wie er sich selbst als Mann wahrnimmt und worauf er steht, kann dabei helfen, erste Schritte in Richtung Zurückeroberung der Manneskraft zu unternehmen.

Zweitens: der Teddybär. Bereits an der Körperhaltung erkennt man bei diesem Mann, dass es ihm schwerfällt, über längere Zeit Spannung aufrecht zu erhalten. Trotzdem neigt dieses männliche Geschöpf, das eher wie ein Schmusetyp wirkt, zu impulsiven Gefühlsausbrüchen. Das kann zum Beispiel ausgeprägter Jähzorn sein. Während des sexuellen Aktes empfindet er Anstrengung und Mühseligkeit. Das wird natürlich vom Gegenüber bemerkt und durch die daraus resultierende gehemmte Genussfähigkeit kommt die gemeinsame Sexualität zu kurz. Holt er sich selbst einen herunter, geschieht das ganz schnell, um Druck abzubauen. Sein Gemächt ist für ihn eher Mittel zum Zweck.

TIPP: Um Sex genussvoll zu erleben, ist es empfehlenswert, einen stärkeren Bezug zu seinem Penis aufzubauen, z. B. mit anderen Varianten der Selbstbefriedigung, insbesondere langsamen Rhythmen.

Drittens: der Herzmann. Romantik schön und gut, aber dieser Liebhaber überschüttet seine Partnerin oder seinen Partner nahezu mit Zuneigung. Die Lust der anderen Person steht für ihn über allem anderen. Auf gar keinen Fall will er als Macho gelten, der sich durch die Betten wälzt und nichts zurückgibt. Für sich selbst sorgt er wenig und macht so gut wie keine Selbstbefriedigung. Das Verschmelzen mit seiner Geliebten bedeutet für ihn den größten Hochgenuss. Er will das, was sie will. Auf lange Sicht leidet die Sexualität, sobald es für seine Angebetete zu langweilig wird.

TIPP: Zu viel Verehrung kann auch in die falsche Richtung kippen. Um sich als begehrenswerter und leidenschaftlicher Mann zu geben, braucht es ein Minimum an Distanz. In sexueller Hinsicht hilft ein Hauch von Egoismus, den Sex und die Beziehungskiste zu beleben.

Auch bei diesen Göttergatten kann es zu fließenden Übergängen untereinander kommen. In diesen Beispielen gibt es selbstverständlich noch viele Spielvarianten, die keine Erwähnung gefunden haben. Nichts desto trotz zeigen alle drei beschriebenen Männertypen Rückzugtendenzen in ihrem Ausleben von Sex. Das wird durch eine Langzeitbeziehung erst recht befeuert, weil sie sich ihrer Partnerschaft sicher sind. Insbesondere nach dem Heiraten kann es zu einem sukzessiven Einschlafen der gegenseitigen Anziehung kommen. Je eher man sich seinem sexuellen Dilemma widmet, umso besser gelingt der Weg zum schöpferischen und sinnlichen Sexgenuss.

 

Den ersten Teil dieses Beitrags, in dem es um die Frauen geht, finden Sie in Séparée No.21

Mehr von der Sexologin Jill Tammling gibt es hier: www.jill-tammling.de

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