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„Frauen sind eher untervögelt als unterfreundschaftet“

separee
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Frau Fink, wieso schreiben Sie gerne über Sex?

Thea Fink: „Sex und Beziehungen sind für mich zeitlos interessant – wahrscheinlich, weil dabei Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Erfahrungen aufeinander prallen. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und überraschende Stories, und ich habe Spaß an deren humoristischer, selbstironischer Verarbeitung. Der Austausch mit Freundinnen gehört für mich unbedingt dazu – das ist doch der halbe Spaß!“

Facts oder Fiction: Wie viel ist echt in Ihrem Buch, wie viel haben Sie erfunden?

Das Meiste habe ich selbst erlebt, bestimmt 90 %. Der Rest ist dramaturgischer Rahmen oder überspitzte, pointierte Darstellung. So habe ich beispielsweise einige Figuren instrumentalisiert, um Begebenheiten klarer oder lustiger erzählen zu können. Aber grundsätzlich ist alles sehr persönlich, meine eigene Meinung spielt eine große Rolle, die Fragen, die ich mir und meinen Freundinnen stelle und die Erkenntnisse, die ich gewinne. OHNE ORGASMUS WÄRE ICH NIE GEKOMMEN ist quasi eine Mischung aus Eigentherapie und frei interpretiertem Erlebnisbericht.

In Ihrem Buch geht es nicht nur um Sex, sondern auch um Freundschaft – was ist Ihrer Meinung nach wichtiger?

Das sind natürlich zwei Dinge, die man nicht gegeneinander ausspielen sollte. Freundschaften sind überlebenswichtig, haben eine stabilisierend-existentielle Funktion. Jeder Mensch hat aber auch eine eigene Sexualität, die zu ihm gehört. Ich glaube, für das Seelen- und Körperheil sowie zur Entspannung und Weltflucht ist Sex enorm wichtig – allerdings sind gerade Frauen eher untervögelt als unterfreundschaftet. Da kommen dann die so genannten ‚Friends with Benefits‘ ins Spiel.

Sie vertreten in Ihrem Buch einige gewagte Theorien, was Prostitution und Safer Sex angeht. Wollen Sie bewusst provozieren?

Ich bin einfach nur ehrlich. Aber nicht ohne ein Augenzwinkern. Natürlich weiß ich, dass es egoistisch und unvernünftig ist, keine Kondome zu benutzen – dennoch kann ich ja sagen, dass ich die Dinger nicht mag. Und Prostitution ist ein kontroverses Thema. Ich bin in vielen Dingen feministisch, aber manchmal will ich einfach naiv und im Moment sein und nicht immer an die Konsequenzen denken. Und das sollte auch erlaubt sein.

Wer sollte Ihrer Meinung nach OHNE ORGASMUS WÄRE ICH NIE GEKOMMEN lesen?

Das Buch sollten lesen: Frauen, die nicht genug von den Sex- und Beziehungsgeschichten ihrer Freunde und Freundinnen bekommen. Und Männer, die viel onanieren. Wahrscheinlich außerdem alle, die „Sex and the City“ und „Girls“ mochten. Und überhaupt Menschen über 18, die gerne über Sex und Beziehungen nachdenken und beides humorvoll betrachten. Außer natürlich meine Eltern!

Das Buch ist bei dotbooks erschienen. Eine kurze Rezension gibt es in unserer Rubrik "Leselust" in Séparée No.7.

Foto: SplitShire

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