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Fetish im Sommer? Ja!

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Lea Becker

Kaum ein Dessous-Label, das seinen Job ernst nimmt, kommt momentan ohne sie aus: Leder, Latex, Lack, Schnürungen und Cut-Outs. Kurz: Fetisch-Elemente. So bezeichnen sie die Designer, so feiern sie experimentierfreudige Kundinnen und so präsentieren sie die Hochglanzmagazine. Zeit, den Hype einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Erotik-Triologie “50 Shades of Grey” läutet den Trend ein

Parallel zum großen Erfolg, den die „50-Shades-of-Grey“-Trilogie überall in Europa und den USA feierte, wird das Gleiche wie über das Buch mit den expliziten Details auch über die neuen Wäschekollektionen mit dem verruchten Touch behauptet. Die Krisenwelt da draußen sei so böse und hart, dass es romantische Blümchendrucke nicht mehr tun und eben auch eine passende Unterwäsche her müsse, damit frau sich stark und mächtig fühle. Andere glauben genau das Gegenteil und sagen, die Frauen machten damit einen Rückzieher, denn es helfe ja niemandem, wenn ihre Gefährlichkeit sich auf die Unterwäsche beschränke, ihre Außenwirkung aber die eines zahmen Lämmchens sei.

Doch was genau ist eigentlich mit Fetisch-Wäsche gemeint?

Und was heißt es, diesen Begriff dafür zu verwenden? Sexy sollten Dessous ja schon immer irgendwie sein, was also ist anders am neuen Fetisch-Look?

Helfen kann da der alte Psychoanalytiker Sigmund Freud: In seinem berühmt gewordenen Aufsatz über Fetischismus von 1927 behauptet er, ein Fetisch sei ein Objekt – ein Schuh, ein Mieder, ein Unterrock – das von allein sexuelle Erregung auslöst, und zwar weil es verhüllt, dass der Frau ein Phallus fehlt und damit dem Mann seine Kastrationsangst nimmt. Die psychoanalytischen Voraussetzungen und Folgen dieser Ansicht zu diskutieren spare ich mir an dieser Stelle. Denn wichtiger ist die Tatsache, dass Fetischisierung in der Grundbedeutung heißt, ein Kleidungsstück, das normalerweise eine Frau trägt, sexuell anziehend zu finden. Und zwar zunächst auch ohne direkt den nackten Körper zu sehen, aber eben gerade weil diese Teile – Strumpfhalter, Korsetts, BHs – immer den Genuss des nackten Körpers versprechen.

Fetisch-Dessous sind also mehr als übliche Alltagswäsche. Sie müssen nicht bequem sein, sondern einfach umwerfend aussehen. Es ist ein bisschen wie mit den High Heels – wir wissen alle, dass Sneakers bequemer sind, aber wir erwarten von High Heels einfach den optischen Wow-Effekt anstatt ein wohliges Tragegefühl. Doch ich kann Sie beruhigen – die Dessous, die ich Ihnen gleich präsentiere, sind alle zweifelsohne heiß und bequem zugleich. Denn ich halte wenig davon, wenn Frau sich in ihrer Wäsche nicht wohlfühlt. Zurecht zubbeln und Busenblitzer würden schließlich einem verführerischen Auftritt im Wege stehen.

Was braucht ein Dessous, um ein Fetisch-Dessous zu sein?

Hüftgürtel aus glänzend rotem Satin, von denen mehr dekorativ als solide tragend vier schmale Strapsbänder herabführen wie bei Agent Provocateur, Büstenheben mit Spitze und Netzstoff, die mehr von der Brust freilassen, als sie verdecken wie bei Diamor oder imitierte Korsagenschnürungen, die doch nur einen Hauch von transparentem Stoff zusammenhalten wie bei Implicite. Netzstrümpfe, Cut-Outs, Lederapplikationen: bei allem geht es nicht um mechanische Vorteile, sondern einzig darum, eine bestimmte Stelle des weiblichen Körpers – die Brust, die Hüften, den Bauchnabel – auf besondere Art zu verhüllen und sie damit gleichzeitig hervorzuheben. Gleichzeitig unterstreichen diese Dessous damit ihre eigene Künstlichkeit, das Modische, Schmückende.

Fetish Highlights der Saison

Wer in dieser Saison sein persönliches, magisches Dessous-Erlebnis noch nicht hatte und auf der Suche nach einem absolut unwiderstehlichen Haben-Wollen-Fetisch-Set ist, wird sicher fündig bei Labels wie Agent Provocateur, Diamor, Escora, Intimissimi, Implicite, Chantal Thomass, Lost in Wonderland, Marlies Dekkers oder La Perla.

Fetisch trifft Farbe: Dieses Set von der Premiummarke Escora zeigt, dass es nicht immer nur dunkel sein muss, wenn es um Fetisch geht. Der türkise Satin aus Italien spielt mit durchschimmernder Spitze. Sehr raffiniert und wirklich selten zu finden: Die Trägerlösung wie bei einem Abendkleid! Modell „Oceane“ als Büstenhebe mit passendem String, Preis 135 Euro. Über www.escora.de

Bedeckt minimal die Brustwarzen: Der BH mit halben Cups aus semitransparenter Spitze mit einem Blumenmotiv in der edlen Farbkombination Bronze mit Schwarz von Hunkemöller. Dazu passend: Der semitransparente Slip. Set „Destiny“ aus der Private Collection von Hunkemöller. Preis, 47 Euro über www.hunkemoller.de.

Der Außenträger-BH mit gefütterten Körbchen gibt mehr Volumen und formt ein üppiges Dekoletté. Die gewagte Kreation der französischen Dessous-Königin Chantal Thomass wirkt dominant und elegant zugleich. Der Slip und die Strumpfhalter machen den dramatischen Luxuslook komplett. Modell „Ensorc‘ elle“ von Chantal Thomass, Preis 360 Euro. Über www.editionlingerie.de

Spielt mit Bondage-Details: Das Modell „Tina“ der Kultmarke Agent Provocateur! Ein Set, das Kate Moss sicher sofort tragen würde! Hochwertigste Materialien und elastische Bänder schmiegen sich um die weiblichen Kurven. Luxus pur! Set „Tina“ mit Bra, Höschen und Strapsgürtel 335 Euro. Über www.agentprovocateur.com.

Minimalistisch in der Formsprache, glatte Atlasseide, transparenter Tüll, feine Details: Das Set von Intimissimi ist für Fetisch-Anfängerinnen die richtige Wahl. Die dezenten Bändchen an den Cups machen sicherlich Lust auf mehr. „Intreci“ von Intimissimi, Preis 46 Euro. Über www.intimissimi.com.

Zarte Tüllspitze und raffinierte Details lassen diesen leicht gepolsterten Bügel-BH aus der traumhaften Dessous-Serie „Queen of the Nature“ von Valisère zu einem wahren Erlebnis werden. Mit diesen Dessous wird das Ausziehen zum spielerischen Vergnügen. Kombiniert mit dem Strumpfhalter ist dieser Drei-Teiler ein echter Blickfang – nicht nur zu Valentinstag, Weihnachten oder Silvester. Preis 225 Euro von Valisère. Über www.triumph.com.

Französischer Batitst und Tüll in Kombination: Das Unterkleid im Retro-Look des Edel-Fetisch-Labels Mania aus Berlin kann mit Strümpfen getragen werden! Super sexy auch für Frauen mit etwas mehr Rundungen. „Mania black Bella Shape Dress“, Preis 200 Euro. Über www.manialingerie.com.

Den legendären Perlenstring kennen Sie sicher noch aus „Sex and the City“ –Samantha hatte viel Freude mit ihm – besonders beim Treppensteigen. Dieser Perlenbody von Bracli hat gleich zwei stimulierende Perlenketten im unteren Bereich. Und er sieht auch noch schick aus: Zwei Träger sind über die Brust miteinander verbunden, so dass Bauch und Rücken frei liegen. Perlenbody „your night“ von Bracli, Preis 95 Euro. Über www.amorelie.de.

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